Ganzheitlicher Ansatz – strukturierte Prozesse – Zukunft sichern Systematische Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen

Die Unternehmensnachfolge erfordert in Familienunternehmen heute eine deutlich umfassendere Strategie. Entscheidungen und Prozesse können nicht mehr losgelöst betrachtet werden, sondern stehen horizontal wie vertikal in einem großen Abhängigkeitsverhältnis. Aufgrund der komplexen, jeweils sehr individuellen Zusammenhänge zwischen Unternehmen, Familie und jedem Einzelnen in dieser Symbiose sind bei der systematischen Unternehmensnachfolge ausschließlich durchgängige Ansätze für eine langfristige Lösung erforderlich. Drei entscheidende Ebenen sind hierbei verpflichtend: ganzheitliche Analyse der Historie, aktuelle Situation sowie Sicherung der Zukunftsfähigkeit.

Ganzheitliche Betrachtung
Aufgrund der Vielschichtigkeit einer Nachfolge ist es gerade bei Familienunternehmen häufig so, dass einzelne Themen separat betrachtet werden. Durch eine fragmentierte Sichtweise auf Teilaspekte wird der Gesamtkontext nur unzureichend gewürdigt. Beispielsweise reicht eine reine Betrachtung der Finanzen und steuerlichen Situation nicht aus, um den Reifegrad des Unternehmens darzustellen. Unternehmen, Familie und Markt sowie die übergreifenden Werte stehen in einer wechselseitigen und dynamischen Beziehung. Unternehmensspezifische sowie marktrelevante Daten müssen deshalb ebenso in eine ganzheitliche Strategie einfließen wie persönliche Aspekte des Unternehmers bzw. Nachfolgers. In dieser Konstellation gilt es unter Berücksichtigung aller Fakten die geeignetste Vorgehensweise zu finden.

Strukturierter Prozess
In den kommenden Jahren steht die Regelung der Nachfolge bei vielen Familienunternehmen zwingend an. Diese Herausforderung ist nur mittels eines strukturierten Prozesses zu meistern: Ein genauer zeitlicher Ablaufplan inklusive Begleitung und Controlling helfen dabei, sämtliche Details  zu berücksichtigen, die Nachfolge anhand eines Masterplans zu orchestrieren und auch nach deren Umsetzung nachhaltig erfolgreich zu gestalten. Idealerweise greifen hier alle beteiligten und handelnden Personen und Abläufe ineinander, um bei der Umsetzung größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Optional sollte dabei neben der familieninternen Nachfolge in jedem Fall auch die externe Nachfolge in Betracht gezogen werden. Management-By-Out, Verkauf an Dritte, Einsatz eines Fremdmanagements oder Gründung einer Stiftung können eine sinnvolle Alternative sein, um das Vermögen und den Unternehmenswert zur erhalten.

Zukunftsfähigkeit sichern
Eine fehlende oder mangelhafte Nachfolgeregelung ist in nahezu allen Fällen der Hauptgrund, dass Familienunternehmen in dramatische Schieflagen geraten oder ihre Marktfähigkeit verlieren. Insofern ist die erfolgreiche Nachfolgeregelung im Lebenszyklus eines Unternehmens von existenzieller Bedeutung. Unabhängig davon, ob sie innerhalb einer Familie stattfindet oder ein externer Nachfolger gesucht werden muss bzw. gefunden wurde, erfordert die sorgfältige Übergabe Klarheit und Zeit. Einer umfassenden Bestandsaufnahme folgt eine genaue Zielsetzung. Je genauer die Übergabeziele definiert und zwischen den beteiligten Parteien abgestimmt sind, umso leichter wird letztendlich die Nachfolge verlaufen. Dies setzt jedoch genaue Kenntnisse über die mögliche Zukunftsfähigkeit sowie eine strategische Ausrichtung mit einem Planungshorizont von ca. fünf Jahren voraus. Um die Zukunft vorzubereiten, zu gestalten und abzusichern, muss sich das Unternehmen jedoch auch während des gesamten Prozesses dynamisch und schnell anpassen, wenn es der jeweilige Markt verlangt.